Nepalhilfe Beilngries e.V.

23 Jahre Nepalhilfe Beilngries e.V.
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Projekte

Liebe Freunde und Förderer,

die Nepalhilfe Beilngries kann auf 24 Jahre soziales Engagement in Nepal zurückblicken. Aus dem Pflänzchen, das wir damals gesetzt haben, ist gerade auch mit Ihrer Unterstützung ein starker Baum der Hilfe geworden, der vielen bedürftigen Menschen Halt und Schutz bietet. Zwischenzeitlich ist der Baum vom rein schulischen Bereich gewachsen, er hat viele neue Äste, sprich Projekte, bekommen. So sind wir sowohl im medizinischen Bereich mit der Unterstützung des Siddhi Memorial Hospitals und der Armenapotheke im Bir Hospital sowie der Anschaffung von Sanitätsfahrzeugen als auch im sozialen Bereich, wie dem Bau des Shaligram Kinderhauses oder dem Bau des Altenheims in Bakthapur, tätig.

Auf den nachfolgenden Seiten wollen wir Ihnen die einzelnen Projekte vorstellen. 

Veränderungen im Land des Schattens des Himalaya

Seit im November 1990 die vier Polizisten Karl und Michael Rebele, Christian Thumann und Manfred Lindner ins ferne Nepal aufbrachen, um dort eine Trekkingtour rund um den Achttausender Annapurna zu unternehmen, hat sich vieles verändert in einem der 10 ärmsten Länder der Welt, doch leider nicht viel genug, um die wesentlichen Probleme dieses Landes zu lösen und die Lebensumstände wesentlich zu verbessern.

War Nepal früher eine konstitutionelle Monarchie, das einzige Hindukönigreich der Welt, so ist es heute eine parlamentarische Demokratie mit einer Vielzahl von Parteien incl. der Maoistischen Partei, die in einem über 10 Jahre währenden Guerillakrieg 2008 die Abdankung des Königs herbeiführte. Im Jahre 2001 war ein Großteil der damaligen Königsfamilie um König Birendra von seinem eigenen Sohn ermordet worden. Aufgrund der Verhältnisse wie in der Weimarer Republik, der ständig präsenten Korruption und der Unfähigkeit vieler Politiker steht das Land heute auch wegen der derzeitigen Weltwirtschaftskrise am Rande des Staatsbankrotts. Mehrstündige Stromabschaltungen täglich tun ihr Übriges, Investoren fernzuhalten.

Lag die geschätzte Bevölkerungszahl 1990 bei ca. 21 Millionen Nepalesen, liegen heutige Schätzungen bei ca. 30 Millionen.

Während man 1990 nur mit Schwierigkeiten und zu einem horrenden Tarif (7 DM/min) nach Deutschland telefonieren konnte, ist heute das Internet, zumindest in den Städten, so verbreitet wie in Europa und es wurde in den letzten Jahren ein funktionierendes Mobilfunknetz aufgebaut.

Die stinkenden zweitaktgetriebenen sog. „Tuk Tuk" Taxis wurden 2006 verboten, so dass sich in Kathmandu die Luftqualität doch deutlich verbessert hat.

Es gäbe bestimmt noch vieles zu berichten, was sich in den letzten 25 Jahren zum Positiven geändert hat, doch leider hat sich sehr viel Negatives eben nicht geändert, was für uns Europäer einfach nicht nachvollziehbar erscheint.

Insbesondere die medizinische Versorgung ist oftmals nur rudimentär ausgebildet. Krankenhäuser oder Sanitätsposten sind oft Tagesmärsche entfernt. Selbst in Kathmandu sind adäquate Medikamente, ein Arztbesuch oder gar ein Krankenhausaufenthalt auch 2016 nicht selbstverständlich. Insbesondere das Erdbeben vom April 2015 hat das Land in den betroffenen Regionen wieder weiter zurück geworfen.

Auch die schulische Grundversorgung und Ausbildung hat sich seit unserer ersten Reise ins Land der hohen Berge nicht wesentlich verbessert.

So kamen die vier Polizisten also 1990 von einer Reise zurück aus einem Land, das sie sowohl durch seine freundlichen und liebenswerten Menschen als auch durch seine pure Armut und Rückständigkeit stark beeindruckt hatte.

Sie beschlossen bereits während der Umrundung des Annapurna Massivs einen Diavortrag zusammenzustellen und diesen im Kollegenkreis zu zeigen, um mit den Spenden Projekte in Nepal zu unterstützen.

Es ist nun zwischenzeitlich 21 Jahre her, dass Manfred Lindner 1992 mit seiner Ehefrau wieder nach Nepal reiste, um die bis dahin gesammelten 3000 DM den Mary Ward Sisters (Englische Fräulein) zu übergeben, um damit deren Armenschule zu unterstützen.

Nachdem Karl Rebele bei einer weiteren Reise den deutsch sprechenden Nepali Rajendra Giri in Kathmandu kennen lernte und die jetzt auf 15 Mitglieder angewachsene Nepalhilfe Beilngries den Wunsch verspürte, ein eigenes Projekt in Angriff zu nehmen, sammelten die Mitglieder weiter fleißig Spenden und bauten schließlich in den Jahren 1993 bis 1995 unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe" im Dorf unseres Freundes Rajendra Giri die erste Schule. Dieses Dorf, Kadambas, liegt ca. 80 km östlich von Kathmandu. Die NHB-Schule konnte im April 1995 im Beisein des deutschen Botschafters, des nepalischen Bildungsministers und vieler weiterer Ehrengäste eröffnet werden. In 12 Klassen werden mehr als 600 Schüler unterrichtet. Bis jetzt haben alleine diese Schule mehr als 7000 Kinder besucht und über 800 Schüler haben ihren mittleren Bildungsabschluss erreicht. Leider wurde diese Schule am 25.04.2015 durch das Erdbeben komplett zerstört, wird aber derzeit wieder neu aufgebaut, um wieder die gleiche Schüleranzahl aufnehmen zu können.  

Derzeit sind 26 Schulen, von der 3–klassigen Primary School mit 120 Schülern bis hin zur 12-klassigen Secondary Highschool mit 800 Schülern, in Betrieb. 2011 konnte in Dadikot die bisher größte Schule mit bis 1000 Schülern in Betrieb genommen werden. Im gleichen Jahr ging noch die Blindenschule in Chautara in Betrieb, ein Novum auf diesem Gebiet.

Neben dem Schulsektor sind wir jedoch schon seit Jahren auch im Gesundheitssektor tätig. Dem Siddhi-Memorial-Hospital, dem Frauen- und Kinderkrankenhaus in Bhaktapur bei Kathmandu, haben wir den 3-stöckigen Anbau einschließlich eines OP-Saales finanziert. Das angeschlossene Altenheim, das ebenfalls von der Nepalhilfe komplett finanziert wurde, wurde aufgestockt und zusätzlich mit einem Lift versehen.

Die Armenapotheke im größten Krankenhaus in Kathmandu wird zur Hälfte von der Nepalhilfe Beilngries finanziert (siehe Projekte).

Unser Herzstück ist und bleibt jedoch das Shaligram Bal Griha Kinderhaus, das wir in einem Vorort von Kathmandu, in Lubhu, gebaut haben. 40 Voll- und Sozialwaisen sind dort derzeit untergebracht und damit ist die Kapazität des Kinderhauses ausgereizt. Seit 2001 finden dort „unsere" Kinder eine neue Heimat und es haben bereits 16 der früheren Kinder das Kinderhaus aus Altersgründen wieder verlassen und sind jetzt in Kathmandu mit unserer Hilfe in verschiedenen Berufen tätig. Unsere jüngsten Neuzugänge sind 4 bzw. 5 Jahre alt und werden also bis zum ca. 18. Lebensjahr dort auf die raue nepalesische Wirklichkeit vorbereitet, indem sie eine gute Schulausbildung erhalten und soziale Kompetenz vermittelt bekommen.

Auch in Zukunft werden sich Verantwortliche der Nepalhilfe Beilngries um das Kinderhaus und um die Verwirklichung neuer Projekt zusammen mit unserern Partner und Freunden vor Ort, kümmern.

Es stehen auch in Zukunft noch viele Projekte zur Verwirklichung an.