Nepalhilfe Beilngries e.V.

28 Jahre Nepalhilfe Beilngries e.V.
deutschenglisch

Fünf Jahre nach dem Erdbeben – Aktivitäten zur Corona Pandemie

Dankbar werden die Hilfsgüter in Empfang genommen
Dankbar werden die Hilfsgüter in Empfang genommen
Ankunft der Helfer (Hintergrund) in Chautara/Sindhupalchok Distrikt
Ankunft der Helfer (Hintergrund) in Chautara/Sindhupalchok Distrikt
Der Blick aus der Vogelperspektive auf die neue Schule von Sangachok
Der Blick aus der Vogelperspektive auf die neue Schule von Sangachok

Eigentlich sollte dieser Beitrag an das verheerende Erdbeben in Nepal am 25. April 2015 und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Nepalhilfe Beilngries e.V. in den letzten fünf Jahren erinnern. 

Nun steht zwangsläufig die Corona Pandemie und deren Auswirkungen in Nepal im Vordergrund. Hinzu kommt in dieser prekären Situation, dass der Tourismus ausbleibt auf den das Land so fokussiert ist und der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in den arabischen Ländern. Gerade diese beiden immens wichtigen Faktoren sind nun für nicht absehbare Zeit lahmgelegt. Hinzu kommt ein Gesundheitssystem das im weltweiten Vergleich im untersten Bereich der Tabelle zu finden ist.

45 Euro (Stand 2017) investiert der Staat jährlich in die Gesundheit seiner Bürger denen landesweit 5.000 Krankenhausbetten zur Verfügung stehen. In den derzeit 25 Krankenhäusern, die seitens der Regierung zur Behandlung von Covid 19 ausgewählt sind können jeweils fünf Patienten behandelt werden. In drei davon, etwa dem Bir Hospital in Kathmandu, ist eine gesamtheitliche Versorgungsmöglichkeit für jeweils 20 Patienten eingerichtet. Welche Aussagekraft die aktuellen Patientenzahlen (Stand 26.04.2020) von 51 infizierten und zwölf genesenen Corona-Patienten hat, erscheint vor dem Hintergrund, dass es in den offiziellen Verlautbarungen weder Zahlen zu Tests noch zu Toten gibt zumindest zweifelhaft. 

Strenge Ausgangssperren – Unterwegs auf leeren Straßen

Das Land kann vorrangig nur auf drastische Ausgangssperren setzen, die zudem streng überwacht werden um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Das bestätigen die Mitarbeiter der Beilngrieser Hilfsorganisation vor Ort. Diese waren in den zurückliegenden Wochen wiederholt mit Sondergenehmigung der Regierung auf fast leeren Straßen im Land unterwegs um ihre Hilfsgüter ans Ziel zu bringen.  Sei dies bei den Gesundheitseinrichtungen im Terai, dem Sindhupalchok Distrikt, wo sich zahlreiche ihrer Schulen befinden oder zum Siddhi Memorial Hospital in Bhaktapur. 

Sie überbrachten dabei 3.500 Schutzmasken in unterschiedlicher Qualität, 200 Schutzanzüge, 800 Liter Desinfektionsmittel in verschiedenen Gebinden und Infrarot-Thermometer im Gesamtwert von annähernd 10.000 Euro.

Hierzulande hatten sich die Mitglieder der NH Beilngries spontan zu der Hilfsmaßnahme entschlossen, nachdem Logistik und Umsetzung vor Ort geklärt waren. Es soll auch ein Signal dafür sein, dass trotz der Problematik hierzulande die Menschen Nepals nicht vergessen sind. 

Wie Shyam Pandit und Sunil Shrestha mitteilten, seien die Hilfsgüter an allen Zielorten mit großer Freude angenommen worden, zumal in manchen der Regionen seitens der Regierung noch keinerlei Unterstützung erfolgt war.  Hierzu signalisiert Shrestha allerdings eine Verbesserung seitens der Regierung, nachdem Hilfsgüter in großem Umfang in den Nachbarländern beschafft wurden.

Die aktuell zugesandten Bilder der Verteilaktionen gleichen sich mit denen vor fünf Jahren nach dem Erdbeben. Nur waren es damals Lebensmittel, Zelte, Plastikplanen und Kleidung, die als Ersthilfe an die Bevölkerung gingen.

Schulen in neuem Gewand. 

Abschließend noch ein resümierender Blick auf die eingangs erwähnten, zerstörten oder beschädigten 14 Schulen und deren Wiedererrichtung. Sie präsentieren sich in neuem Gewand. Dank dem Spendenaufkommen kann man stolz sein auf das was in diesem fünf Jahren bewegt und geschaffen wurde. Längst hat der Schulalltag Einzug gehalten. Derzeit entsteht in Lubhu ein dreigeschossiges Gebäude zur Tagesbetreuung von Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung. Der Rohbau steht. Zum Jahreswechsel soll das Gebäude fertiggestellt sein, sofern die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht auch hier ihre Auswirkungen zeigen.