Nepalhilfe Beilngries e.V.

23 Jahre Nepalhilfe Beilngries e.V.
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Projekte

Liebe Freunde und Förderer, 

die Nepalhilfe Beilngries kann auf 26 Jahre (Stand August 2018) ihres sozialen Engagements in Nepal zurückblicken. Aus dem ursprünglichen Pflänzchen, ist gerade mit Ihrer Unterstützung ein starker Baum der Hilfe geworden der seither vielen bedürftigen Menschen Halt und Schutz bietet. Über die Jahre sind aus dem Stamm, der sich  vorrangig der Bildung annahm viele neue Äste gewachsen. Gesundheit, Hygiene, Erziehung und Pflege sind einige davon. 

Veränderungen im Land im Schatten des Himalaya 

Seit im November 1990 die vier Polizisten Karl und Michael Rebele, Christian Thumann und Manfred Lindner ins ferne Nepal aufbrachen, um dort eine Trekkingtour rund um das gewaltige Bergmassiv der Annapurna zu unternehmen, hat sich vieles verändert in einem der  ärmsten Länder der Welt. Doch leider nicht genug um die wesentlichen Probleme dieses Landes zu lösen oder zumindest dessen Lebensumstände wesentlich zu verbessern. Als die vier von ihrer Reise aus einem Land zurückkehrten, das sie neben der grandiosen Natur durch seine Armut und Rückständigkeit aber auch durch seine freundlichen und liebenswerten Menschen stark beeindruckt hatte war der Entschluss gereift ihren Beitrag zu einer Verbesserung der dortigen Lebenssituation  zu leisten. 

Bereits während der Umrundung des Annapurna Massivs hatten sie beschlossen einen Diavortrag zusammenzustellen und diesen im Kollegen- und Freundeskreis zu zeigen. Mit dem Spendenerlös wollten sie bestehende Projekte in Nepal unterstützen.  3000 DM waren es, die Manfred Lindner und seine Ehefrau Helga 1992 zur Armenschule der Englischen Fräulein in Kathmandu brachten. Der Anfang war damit gemacht.

Veränderungen im Land

Während man 1990 nur mit Schwierigkeiten und zu einem horrenden Tarif (7 DM/min) nach Deutschland telefonieren konnte, so ist dies heute nicht nur in den Städten unkompliziert möglich. Gar mancher Tourist ist darüber erstaunt in den letzten Ecken und Winkeln des Landes am Handy erreichbar zu sein. 

Die zweitaktgetriebenen „Tuk Tuk" Taxis sind seit 2006 von den Straßen verschwunden womit sich in Kathmandu die Luftqualität doch deutlich verbessert hat. Abseits der touristischen Regionen gehören allerdings Müllhalden, stinkende Rinnsale und Kloaken immer noch zum. Straßenbild. 

Es gäbe bestimmt noch vieles zu berichten, was sich in den letzten 26 Jahren zum Positiven geändert hat, doch leider hat sich viel Negatives eben nicht geändert, was für uns Europäer schwer nachvollziehbar erscheint, wenngleich wir uns nicht als Besserwisser oder Weltverbesserer sehen dürfen. Zu gegensätzlich sind Land, Leute und Kulturen. An das Sprichwort vom Kehren vor der eigenen Haustüre sei dazu erinnert.

Insbesondere die medizinische Versorgung ist oftmals nur rudimentär vorhanden. Krankenhäuser oder Sanitätsposten sind oft nur in Tagesmärschen erreichbar. Selbst in Kathmandu sind wirksame Medikamente, ein Arztbesuch oder gar ein Krankenhausaufenthalt nach wie vor nicht selbstverständlich. Zudem hat das Erdbeben vom April 2015 das Land in den Bestrebungen zur Modernisierung zurückgeworfen. 

Bildung und Erziehung - das große Standbein

Nachdem Michael Rebele bei einer weiteren Reise den Nepali Rajendra Giri in Kathmandu kennengelernt hatte und die mittlerweile auf zehn Mitglieder angewachsene Nepalhilfe Beilngries den Wunsch verspürte, ein eigenes Projekt in Angriff zu nehmen, galt es weiter Spenden zu sammeln um dies zu realisieren. In den Jahren 1993 bis 1995 entstand in Rajendras Heimatort, dem kleinen Bergdorf Kadambas, die erste Schule unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe". Leider wurde sie am 25.04.2015 durch das schwere Erdbeben völlig zerstört und wird derzeit wie diverse andere (August 2018) wieder neu aufgebaut. Aktuell sind 26 Schulen in Betrieb, von der fünfklassigen Primary School mit 50 Schülern bis hin zur 12-klassigen Higher Secondary School mit 700 Schülern. Auch die Blindenschule von Chautara, samt behindertengerechtem Wohnheim findet sich darunter. 

Grundsätzlich besteht in Nepal Schulpflicht. Weil es aber zu wenige Schulen gibt, die gut ausbilden und auch bezahlbar sind, bleibt vielen Kindern eine fundierte Bildung verwehrt. Das System basiert auf einer fünfjährigen Grundschule. Weiterführende Mittelschulen dauern drei Jahre, denen sich zwei weitere Jahre auf der Oberschule anschließen, womit die Schüler ein Abschlusszeugnis erhalten. Da die staatlichen Schulen meist spärlich ausgestattet, ihre Lehrer schlecht bezahlt werden und oft fehlen, schicken Nepalesen die es sich leisten können ihre Kinder auf Privatschulen, wofür 70 – 250 Euro zu bezahlen sind. Das kann sich nur ein äußerst geringer Teil der Bevölkerung leisten. 

Gesundheit, Pflege und das Shaligram Kinderhaus

Neben dem Schulsektor engagiert sich die Nepalhilfe Beilngries schon seit Jahren auf dem Gesundheitssektor. So etwa beim Siddhi-Memorial-Hospital - einem Frauen- und Kinderkrankenhaus in Bhaktapur, mit der Finanzierung eines dreistöckigen Anbaus einschließlich eines Operationssaal. Das angeschlossene Altenheim, ebenfalls von der Nepalhilfe federführend finanziert, wurde von ursprünglich zwei Stockwerken auf vier erweitert. 

Die Armenapotheke des Bir-Hospitals von Kathmandu, eines der ersten „Standbeine“ was materielle und finanzielle Unterstützung betrifft, getragen von der DNHG-Stuttgart erhält wir seit vielen Jahren maßgebliche finanzielle Förderung. 

Herzstück ist jedoch das Shaligram Bal Griha, ein Kinderhaus das im Jahr 2001 in Lubhu, einem Vorort von Kathmandu gebaut wurde. Derzeit sind es 43 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 18 Jahren die dort betreut und auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet werden. In der nicht immer leichten nepalesischen Wirklichkeit sind eine gute Schulausbildung und die soziale Kompetenz wesentliche Bausteine. 

Unter „Projekte“ findet der Besucher dieser Homepage weitere Informationen zu den mittlerweile so vielschichtig gewordenen Einrichtungen und Aktivitäten, angefangen bei den zahlreichen errichteten Gebäuden hin über Feuerwehr- und Sanitätsfahrzeuge, Leseecken oder Wasserversorgung bis hin zur Schulspeisung und der Unterstützung anderer Hilfsorganisationen. Es lohnt sich mal reinzuschauen! 

Möglich geworden ist die Realisierung der verschiedenen Projekte und Maßnahmen durch  verlässliche Partner in Nepal, allen voran Sunil Shrestha und Shyam Pandit. „Ohne Moos nix los!“ gilt auch oder gerade in Nepal. Und damit richtet sich der Dank an all diejenigen die seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnte finanzielle oder materielle Unterstützung leisteten. Auf sie setzt das Team der Nepalhilfe Beilngries auch für die Zukunft!