Nepalhilfe Beilngries e.V.

30 Jahre Nepalhilfe Beilngries e.V.
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Erste-Hilfe-Posten für Kadambas

Ein langgehegter und an die Nepalhilfe Beilngries schon vor Jahren herangetragener Wunsch der Bevölkerung von Kadambas war die Errichtung eines sogenannten Healthposts. Im August 2011 ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen. Seit Oktober 2010 wurde oberhalb der Shree Kali Devi Schule daran gearbeitet, ein neues Gebäude zu errichten. Nach zehn Monaten Arbeit war der Erste-Hilfe-Posten mit zwei Stockwerken und insgesamt sieben Zimmern fertig. Er ist besetzt mit zwei ausgebildeten Krankenschwestern, die darin geschult sind, kleine medizinische Notfälle und „Wehwehchen“ zu behandeln. Außerdem gibt es drei Krankenzimmer.

Sabina Parajuli, eine Medizinstudentin aus dem Nachbardorf, die derzeit in Kathmandu ihr Medizinstudium absolviert, hilft während ihrer Semsterferien ebenfalls tatkräftig mit, so dass die Bevölkerung von Kadambas nun nicht mehr ins 20 km entfernte Chautara zum Arzt muss, was in dieser Region immer noch eine sehr mühevolle Wegstrecke ist.

Mit einem Volumen von fast 30.000 Euro konnte die Nepalhilfe Beilngries dank der Spendengelder auch im medizinischen Sektor für eine Basisversorgung der Bevölkerung von Kadambas sorgen. Die Erste-Hilfe-Station wurde von den Einwohnern sofort angenommen und ist deshalb stark frequentiert.

2022 - Neue Funktion für altes Gebäude

Im alten Gewand aber in neuer Funktion ist seit geraumer Zeit die Krankenstation. Sie dient nun als „Verwaltungssitz“ der Gemeinde Kadambas. Das hat seine Gründe, wie der Vorsitzende der Gemeindeverwaltung, Narayan Giri schreibt. Demnach war der vordringlichste davon, dass schon seit Jahren die neu errichtete Schotterpiste unmittelbar an der Krankenstation vorbeiführte, womit für den Sanitätswagen keinerlei Parkmöglichkeit mehr gegeben war. In früheren Jahren, war am „pink building“ wie die Dorfbewohner das Gebäude fast liebevoll nannten, zwar nicht das Ende der Welt aber zumindest der Straße.

Ein Förderprogramm der Regierung kam da gerade recht und so verlegte man den Health Post zentraler in das Dorf. Selbstverständlich wurde  das komplette Inventar, ja ebenfalls von der Nepalhilfe Beilngries e.V, finanziert im neuen Gebäude untergebracht und ist nach wie vor im Einsatz.  Fast entschuldigend erwähnt Narayan Giri, dass lediglich die für Entbindungen notwendigen Utensilien ein eher ruhiges Dasein führen und erklärt diese mit dem Fehlen eines Arztes. Deshalb suchen die werdenden Mütter doch lieber die Krankenhäuser in Chautara und Dhulikel auf. Fünf Krankenpflegerinnen stehen in Kadambasals Ansprechpartnerinnen für Hilfesuchende im 24/7 Turnus zur Verfügung, das gilt auch für die einsatzbereitscahft des Sanitätsfahrzeuges. 

In das „pink building“ ist  die Gemeindeverwaltung eingezogen. Im oberen Stockwerk steht die kleine Wohnung für das Pflegepersonal oder andere Wohnungssuchende zur Verfügung. Die Leistungen der Nepalhilfe Beilngries will man  an der Gebäudeaußenseite mit einer Tafel würdigen. Dies liegt Narayan Giri besonders am Herzen. Schließlich war er einer derjenigen Kinder, die die Bemühungen der Beilngrieser Hilfsorganisation aus eigener Erfahrung kennen. Giri gehörte zu den ersten Schülern der Michl-Dacher Schule. Sein Vater Harka Bahadur Giri war vor dreißig Jahren ein energischer Befürworter zum Bau der neuen Schule. Nicht nur das. Er begleitete die Fertigstellung bis zu Eröffnung und nach den Erdbeben von 2015 stand er erneut in vorderster Reihe als es um den Wiederaufbau ging. Naryan Giri will auf den Spuren seines im Sommer 2021 verstorben Vaters  weitermachen.

Kadambas Health Post offiziell am 30.12.2011 seiner Bestimmung übergeben

Mit einem großen Fest feierte die Bevölkerung von Kadambas die Einweihung der neuen Erste Hilfe Station in ihrem Dorf. Mehr als 1200 Einwohner aus Kadambas und den umliegenden Dörfern waren am 30.12.11 gekommen, um ihren neuen „health post“ einzuweihen. Er stellt für die Bevölkerung eine große Erleichterung dar, nicht wegen jedem „Wehwehchen“ in die Bezirksstadt Chautara fahren zu müssen. Zwei erfahrene Krankenschwestern, die von der Gemeinde angestellt wurden, kümmern sich um kleinere medizinische Notwendigkeiten vom Husten bis zur Geburt. Unterstützt werden sie von Zeit zu Zeit von Sabina Parajuli, die als Medizinstudentin während ihres Heimaturlaubes im Nachbardorf Sangachok die beiden Krankenschwestern unterstützt.